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Letzte Aktualisierung am 10.07.2017
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Burgruine Weißenstein
Die Sanierung der Burgruine Weißenstein Noch 1995 waren von der Burgruine kaum mehr als der auf einer hohen Felsenklippe errichtete  Bergfried, sowie zwei bereits akut einsturzgefährdete, etwa 4 Meter hohe, an die Felsen westlich  unterhalb des Bergfrieds gelehnte Mauerreste erkennbar. Weitere Mauerzüge waren für den  interessierten Burgbesucher allenfalls in Form von wallartigen Bodenerhebungen erkennbar. Dass  auch die umliegenden Felsklippen in die Burganlage einbezogen waren, konnte man an diversen  Mauerresten sehen, die da und dort aus den Felsspalten lugten. Der Kunstdenkmälerbund von  1907 charakterisierte den Weißenstein als eine kleine, abgelegene Burganlage im dichten,  unwegsamen Wald nordwestlich von Friedenfels.  Die Befürchtung, dass vom Wahrzeichen des Steinwaldes bald nicht mehr viel zu sehen sein  würde, als der ebenfalls schon marode Bergfried, führten sowohl bei der Gesellschaft Steinwaldia  Pullenreuth e.V. als auch beim Eigentümer der Burgruine, dem Baron v. Gemmingen-Hornberg in  Friedenfels, zu der Einsicht, dass hier  schnelles Handeln gefragt sei. Aus den  folgenden Gesprächen erwuchs ein  Konzept, das eine Notsicherung der  vom Einsturz bedrohten Mauerzüge  vorsah. Am 8. September, dem Tag des  Offenen Denkmals 1996, wurde das Projekt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.   Im Vorfeld der Sanierungsmaßnahmen angestellte Archivforschungen förderten zwei Bildquellen  über das einstige Aussehen der Burg Weißenstein zutage. Es handelt sich um zwei  Kartenminiaturen aus der Zeit nach der Mitte des 16. Jahrhunderts. Eine fand sich in der  Plansammlung des Staatsarchivs Amberg; die zweite im Zentralarchiv der Tschechischen Republik  in Prag. Die Amberger Ansicht zeigt den  Weißenstein aus südwestlicher Rich-  tung, während die Prager Miniatur die  Nordansicht der Burg vor Augen führt.  Beide Zeichnungen zeigen eine  weitgehende Übereinstimmung in den  dargestellten Bauteilen, wenn diese  auch perspektivisch verschoben und stilisiert erscheinen. Auf der rechten Seite der Prager Miniatur,  also im Westen des Burgareals, erscheint ein kleines, mit einem Satteldach versehendes Gebäude. Wahrscheinlich handelt es sich um das bei den Sanierungsarbeiten an dieser Stelle entdeckte  Torhaus der Burg Weißenstein. Eigentlich dürfte dasselbe von Norden her gar nicht sichtbar  gewesen sein, da es aus dieser Richtung von einem hohen Felsgebilde verdeckt ist. Der Zeichner  reduzierte jedoch die Darstellung seiner Miniatur auf die markanten Gebäude der Burg und  verzichtete auf die Andeutung der natürlichen Felsgebilde. Auf der Amberger Ansicht, die sich  ebenfalls auf die stilisierte Darstellung der Architektur beschränkt,  erscheint dieses Gebäude  folgerichtig auf der linken Seite, ähnelt hier in seiner Gestalt aber eher einem Rundturm mit  Kegeldach. In der östlichen Nachbarschaft zum Torhaus stellt die Prager Kartenminiatur den hoch  aufragenden, mit zwei Fensterreihen dargestellten Bergfried dar. Links daneben erscheint ein  Gebäude mit drei Fensteröffnungen in einem mächtigen Stufengiebel. Die Amberger Ansicht  präsentiert den Bergfried als das beherrschende Architekturelement des Burgkomplexes; mit  seinem mächtigen Zeltdach überhöht derselbe alle anderen Gebäudeteile. Allerdings schiebt sich  hier in den Raum zwischen Torhaus und Bergfried ein großes Gebäude mit Zeltdach, von dem eine  Giebelwand und ein Teil einer Traufseite zu sehen sind. Hier handelt es sich wohl um das auf der  Prager Miniatur mit Stufengiebel dargestellte Gebäude, das von der gewählten Perspektive aus  sicherlich größtenteils vom Bergfried verdeckt gewesen war. Den östlichen Abschluss des  Burgareals bildet auf beiden Ansichten ein Turm mit vermeintlich rundem Grundriss. Auf der Prager  Miniatur bedeckt ihn ein aus einem Zinnenkranz wachsendes spitzes Kegeldach. Die Amberger  Zeichnung stellt ihn als ein sehr komplexes Bauwerk mit einem verjüngten Turmaufbau dar, der  ebenfalls mit einem spitzen Kegeldach versehen ist. Dass es sich bei den Darstellungen auf den  beiden Karten um keine Fantasiegebilde handelt, beweist der Vergleich von anderen darauf abge-  bildeten Gebäuden mit deren heutigem Bauzustand. So gibt etwa die Amberger Karte das  Thumsenreuther Schloss weitgehend in seinen heutigen Formen wieder. Die wichtigste Bestätigung erhielt die Authentizität der historischen Abbildungen jedoch durch das Ergebnis der Grabungen im  Zuge der Sanierungsarbeiten auf dem Weißenstein. Im Norden und Nordwesten wird der Weißenstein vom binnenseitigen Gelände überhöht. Hier ist  der Burganlage ein flacher Graben mit einem Außenwall  vorgelagert. Dieser läuft im Südwesten in  ein mäßig abfallendes Hanggelände aus, in dem mehrere vorgelagerte Wallanlagen auszumachen sind. Auf dieser Seite liegt in etwa 150 Metern Entfernung  die so genannte Plaggeisterquelle, die für die Wasserversorgung der Burg eine wichtige Rolle spielte, da es bisher nicht gelang, innerhalb der Burgmauern  einen Brunnen zu lokalisieren und dort wahrscheinlich nur aufgefangenes Regenwasser zur Verfügung stand. Auf der Ostseite war die Burg durch die aus dem  mit zahllosen kleinen und großen Steinbrocken übersäten Steilhang aufsteigenden Felsmassen des "Weißensteins" natürlich geschützt. Im Bereich der  Nordwest-Spitze des Burgareals überquert eine auf den alten, gemauerten Brückenpfeilern errichtete Holzbrücke den Burggraben und führt zu dem erst im  Zuge der Restaurierungsmaßnahmen in den letzten Jahren wieder entdeckten Hauptzugang der Burg, zum Torhaus. Dieses wurde im Heft 9/2001 der  Schriftenreihe "Wir am Steinwald" von Silvia Codreanu-Windauer und Karl Schnieringer ausführlich beschrieben. Über die Funktion und zum Aussehen des  Gebäudes heißt es dort: "Die Untersuchung der aufgefundenen Mauerreste und der archäologischen Schichten lieferte eine Vielzahl von Informationen über die einstigen  Sperreinrichtungen und den Torverschluss. Besonders die Einrichtungen für die Zugbrücke zeugen von technischer Raffinesse: Diese konnte vor dem Burgtor  hochgezogen werden und bildete im hochgeklappten Zustand einen zusätzlichen äußeren Türverschluss. Um den Reibungswiderstand so gering als möglich  zu halten wurde die Zugbrücke auf dünnen eisernen Achsen gelagert; die in große Steinblöcke gebettet waren. Dem großen Gewicht der etwa 2m ausladenden  und wohl aus schweren Bohlen gezimmerten Brücke wurde ein Gegengewicht entgegengesetzt. Dieses Gegengewicht schaffte man dadurch, dass die Brücke  sich über die Drehachse hinaus etwa einen Meter weit in das Innere des Torturms fortsetzte. Der in den Torturm einschlagende Teil der Brücke war wohl  zusätzlich mit großen Steinen beschwert, die unter der hölzernen Brückenkonstruktion festgebunden waren. Bei Aufziehen der Brücke senkte sich dieses Ge-  gengewicht in eine "Unterfahrt", die als  Meter tiefes Untergeschoss unter der Fahrebene archäologisch nachgewiesen ist. Einzelheiten des Zugmechanismus', wie die Lage der Aufzugswinde und die Führung der Ketten,  sind auf dem Weißenstein nicht mehr nachzuvollziehen, können aber von anderen Burganlagen  abgeleitet werden. Es ist davon auszugehen, dass die Brücke an Ketten hing, die durch  Mauerschlitze in das erste Obergeschoss des Torturms geführt wurden, wo sich die Winde befand. Das eigentliche Burgtor lag an der Rückseite des Torbaus, von dessen Obergeschoss aus man  eingedrungenen Angreifern nochmals schwer zusetzten konnte. Die 2,20 m breite Toröffnung, unten  durch die Radabweiser auf 1,90 m verschmälert, konnte durch Türflügel verschlossen werden,  deren Achse sich an der Ostseite an einem in den Boden eingelassenen Stein noch abzeichnet.  Das Türscharnier bestand in sehr urtümlicher Weise aus einem der Türe angearbeiteten  Drehzapfen, der unten in einer aus dem Felsen gehauenen runden Vertiefung, einer "Pfanne",  geführt wurde, oben von einer aus der Wand vorkragenden, durchbohrten Steinplatte.  Im geöffneten Zustand lehnte der Türflügel am Felsen. Es ist anzunehmen, dass das Tor, wie  allgemein üblich, von innen mit einem oder mehreren Sperrbalken zu verriegeln war. Diese  Sperrbalken wurden in einen Riegelkanal zurückgezogen, für dessen Aufnahme sich die vom  Torhaus im rechten Winkel nach Westen abgehende Burgmauer anbot."  Nach dem Passieren des Torhauses gelangt man auf geradem Weg in den südlichen Zwinger, also den zum Burgfelsen ansteigenden, teilweise mit hohen Schuttbergen angefüllten Raum innerhalb  der äußeren Ringmauer. Diese wird von einer Pforte durchbrochen, die auf kürzestem Weg das  Wasserholen von der "Plaggeisterquelle" ermöglichte. Sogar der Stein mit den Vertiefungen, in  denen sich die unteren eisernen Türangeln der Pforte drehten, wurde im Schutt gefunden und wieder an seinen alten Platz eingesetzt. Der weitere Weg ins  Burginnere führt nach dem Torhaus in einem scharfen Knick nach links. Dort wurde eine natürliche Felsspalte als Durchgang erweitert. Meißelspuren zeugen  noch von der Arbeit an dieser künstlich geschaffenen Passage. Die nördliche äußere Ringmauer wird von zwei Schießscharten und einer weiteren Pforte  durchbrochen. Interessant ist, dass schon vor der Renovierung der Wanderweg diese Pforte benutzte, um die sich damals nur noch als flache Erderhebung  abzeichnende äußere Ringmauer zu passieren. Über mächtige Schutthalden, die sich über den Zwinger, die innere Ringmauer und den inneren Burghof empor zogen, gelangte der Wanderer damals zu der auf den Bergfried führenden Besteigungsanlage. Nun ist der Zwinger wieder vom Schutt befreit und wirkt wie ein  unterer Burghof. Eine Treppenanlage, die von hier zum erhöht liegenden, von der inneren Ringmauer eingeschlossenen inneren Burghof führte, konnte nicht  nachgewiesen werden. Auch konnten in der inneren Ringmauer, soweit sie sich noch erhalten zeigte, keinerlei Öffnungen festgestellt werden. Die Frage nach  der historischen Zugangssituation zum inneren Burghof bleibt somit ungeklärt. Noch 1498 erinnerte sich der Müller Stephan  Habauß zu Trevesen an die Erzählung des  alten "Seghans" zu Thumsenreuth, welcher ihm  berichtet hatte, "das der Nothaft an diesem  Sloß annderst nit hat, dann den Stainhawffen,  vnd die Rinckmauer ist nit sein, vnd Ich ge-  denngk, das das geschloß erst ist gebawt  worden, vnd ist vor nichts annderst gewesn,  dann ein plochwergk".Nach Adalbert Busl  bedeutet die Bezeichnung "Blochwerk" eine  Turmburg mit einem in Blockbau oder  Fachwerk aufgeführten Obergeschoss.  Damit  beschrieb der alte "Seghans" also die Gestalt  des Bergfrieds und charakterisierte denselben  als Keimzelle der Burg Weißenstein. Zum älte-  sten Bestand der Anlage gehörte wohl noch der  am Fusse des Burgfelsens gelegene, von der  inneren Ringmauer geschützte innere Burghof.  Anfangs war man davon ausgegangen, dass  sich innerhalb dieses inneren Burghofes ein  Gebäude befunden haben müsse, weshalb das Areal den Arbeitstitel "Haus Nr. 1" erhalten  hatte. Leider konnten bei der Sanierung keine  Anzeichen für eine Innenbebauung gefunden  werden. Die äußere Ringmauer und wohl auch  das als "Haus Nr. 2" bezeichnete, im Bereich  der mächtigen Felsformation östlich des  Bergfrieds gelegene Wohngebäude, wurden  wahrscheinlich erst um 1340 errichtet, denn am  25. Juli 1339 hatte Albrecht XI. Nothaft von  Burggraf Johann von Nürnberg die Erlaubnis  erlangt, "die vest Weizzenstein", die in des  Burggrafen Herrschaft und Gewalt gelegen sei,  zu "pawen vnd bezzern" wie er mag.      Im Osten wird der innere Burghof von einem  mächtigen Felsmassiv abgeschlossen. Die  darauf sichtbaren Mauerreste zeigen, dass  dieses natürliche Felsgebilde einmal in ein größeres Gebäude eingebunden war. Ältere Leute konnten sich noch erinnern, dass sich in der diesen Felsen  durchziehenden Spalte ein gemauerter Bogen befand. Beim Abtragen der auf dem inneren Burghof lagernden Schuttmassen kamen schließlich die Reste  eines gemauerten Tores zum Vorschein, dessen sicherlich einstmals vorhandenes Gewände, von dem sich im Sockelbereich ebenfalls noch der  "Negativabdruck" erhalten hatte, nach der Erinnerung befragter Personen rundbogig rekonstruiert wurde. Der Bauzeit im 14. Jahrhundert und dem bildlich  überlieferten gotischen Stufengiebel entsprechend, wäre jedoch eher an ein ehemals spitzbogiges Portal zu denken. Die tatsächliche ursprüngliche Form wird  sich jedoch nicht mehr klären lassen.    Nach dem Passieren des gemauerten Bogens vermittelt eine künstlich erweiterte Felsspalte den Zugang zum Inneren des ehemaligen Wohngebäudes. Hier  kommt man in einen nach Süden geöffneten freien Raum, der auf den übrigen Seiten von  Felsmassen eingeschlossen ist. Eine natürliche Felsspalte auf der Nordseite wurde vermauert; hier wurde der untere Bereich eines Schlitzfensters entdeckt und saniert. Sensationell war die  Entdeckung eines Kellergeschosses in diesem Bereich. Beim Ausräumen der sich an die Felsen  lehnenden Schutthalden tat sich plötzlich ein Loch im Boden auf, durch welches Sand und  Steingrus in die Tiefe rieselte. Nach der vorsichtigen Erweiterung der Öffnung wurde - zur größten  Überraschung aller - ein noch intaktes Gewölbe sichtbar, das sich später als ein überwölbter  Kellerabgang erweisen sollte. Der daran anstoßende Kellerraum war ursprünglich ebenfalls mit  einem Tonnengewölbe überwölbt gewesen, von dem sich auf der Ost- und der Westseite noch die  Gewölbeansätze erhalten haben. Während von Norden zu Zugang zum Keller erfolgt, enthält die  feldseitig gerichtete Südmauer eine Lichtscharte. Diese Südmauer scheint vor eine ältere Mauer  gesetzt, die im Innenraum des Kellers noch in etwa 20 cm Höhe sichtbar ist. In diesem Innenbereich war das Wohngebäude über dem Kellergeschoss mindestens vier Etagen  hoch. Über den Kellerabgang führt nun  ein hölzerner Steg hinweg. Dort, wo  jetzt eine Holzleiter zu einer Aus-  sichtsplattform empor führt, wurden bei  den Sanierungsarbeiten eine steinerne  Treppenstufe und die Schwelle mit den  seitlichen Gewändeansätzen einer Tür gefunden. Die im oberen Bereich dieses Aufganges  vorhandenen steinernen, zum Teil aus dem Felsen herausgearbeiteten Treppenstufen, sind  Originalbefunde. So war auch dieses Felsplateau, welches eine herrliche Aussicht nach Süden  vermittelt und heute mit einem eisernen Geländer abgesichert ist, in das Wohngebäude mit  einbezogen. Felsbearbeitungen zeigen vor allem auf der Nordseite die Lage der ehemaligen  Mauern an. Bei den Sanierungsarbeiten wurden in allen Bereichen des Weißensteins zahlreiche  Keramikscherben und andere Gegenstände aus der ehemaligen Ausstattung der Burg gefunden,  die in die Zeit vom 12./13. Jahrhundert bis in das 16. Jahrhundert datiert werden können. Auf  diesem Felsplateau kamen auch verkohlte Holzbalken sowie Überreste von verschiedenen  Kachelöfen zum Vorschein, die vor allem aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen.    Wendet man seinen Blick zurück nach Westen, erblickt man die noch mit umfangreichem  Mauerwerk behafteten Felstürme, welche die westliche Gebäudewand zum inneren Burghof hin  bilden. Über dem Durchgang zum inneren Burghof zeigt sich die hier senkrecht nach oben  verlaufende Felsspalte  kaminartig ausgearbeitet. Doch handelt es sich hier um keinen  Rauchabzug, sondern um ein Treppenhaus, welches den Zugang zu den oberen Etagen des Wohngebäudes vermittelte. Oben auf dem Felsen konnte ein  schmaler, zwischen zwei parallel verlaufenden Mauerzügen verlaufender Gang mit einigen in Richtung Bergfried führenden, heute im Nichts endenden  steinernen Treppenstufen freigelegt werden. Hierbei handelt es sich um den historischen Verbindungsgang zum hoch aufragenden Bergfried. Bei der  Freilegung dieses Ganges wurden unter zahlreichen anderen Keramikbruchstücken auch die noch relativ gut erhaltenen Überreste eines seltenen, tönernen  Waldhorns aus dem 15./16. Jahrhundert gefunden.  Die innere der beiden parallel verlaufenden Mauern zeigt eine rechteckige Nische, bei der es sich  wahrscheinlich um die Überreste eines echten Kamins handelt. Außerdem ist sie mit dem hier noch vorhandenen Ansatz der südlichen Gebäudemauer  verbunden.  Beim Bergfried, den die Quelle von 1498 als Keimzelle der Burganlage charakterisiert, handelt es sich um einen  auf einer hohen Felsenklippe errichteten unregelmäßigen Sechseckbau. Der Turm weist sorgfältig bearbeitetes,  zu einem großen Teil aus Buckelquadern aufgeführtes Mauerwerk auf. Allerdings weisen Mauerreste auf einem  dem heutigen Bergfried im Westen vorgelagerten Felsvorsprung, sowie das in diesem Bereich des Turmes anders geartete Mauerwerk darauf hin, dass der Bergfried ursprünglich einmal größer gewesen sein muss. Wann und aus welchem Grund (z. B. ein teilweiser Einsturz) der Umbau vorgenommen wurde, ist allerdings nicht bekannt. Im  Zuge der Sanierung wurde der bis auf eine Höhe von etwa 5,50 Metern noch im Original-Mauerwerk erhaltene  Turm mit im Schutt gefundenen, aufgrund ihrer Beschaffenheit eindeutig zum Bergfried gehörigen Steinquadern,  um etwa 2 Meter erhöht. Um auch Kindern den Ausblick von der innerhalb der Mauerbrüstung gelegenen, aus  Ahornholz gezimmerten Aussichtsplattform zu ermöglichen, wurden in der Aufmauerung "Mauerausbrüche"  freigelassen, die den Ruinencharakter des Bauwerks unterstreichen. Den nordöstlichen Abschluss der Burg Weißenstein  bildet ein in die äußere Ringmauer eingebundener  Turm. Auf den historischen Kartenminiaturen ist er als  Rundturm dargestellt; bei den Sanierungsarbeiten  kam jedoch ein Gebäude mit etwa hufeisenförmigem  Grundriss zutage. Dabei konnten im freigelegten  Parterre zwei Zugänge erschlossen werden. Auf der  Westseite konnte der Verlauf der Mauer durch die in  den Felsen eingearbeiteten Widerlager rekonstruiert  werden. Überraschend zeigte sich hier auch eine in  den Felsen eingearbeitete Türschwelle. Diese führte  wahrscheinlich zu einem Gebäude, das sich innerhalb  der nördlichen Ringmauer, im Bereich der Mauerpforte  befand. Eine Grundmauer, die etwas westlich dieser  Pforte freigelegt wurde und heute noch als Wegstufe sichtbar ist, gehörte wohl einst zu diesem  Gebäude. Der eigentliche Zugang zum Turm lag in der geraden Mauer auf der Südseite. An der  Nordostseite des Turmes ist die Mauer von innen her pfeilerartig verstärkt. Dies weist auf eine  größere statische Belastung in diesem Bereich (z. B. durch einen vorkragenden Erker in der Höhe  des Turmes) hin. Nach diesen im Zuge der Sanierung der Burgruine gewonnenen Erkenntnissen, kann die Behauptung des Kunstdenkmälerbandes, dass es sich beim  Weißenstein um eine kleine und unbedeutende Burganlage gehandelt habe, wohl nicht mehr aufrecht erhalten werden. Einst war die Burg der Mittelpunkt einer  ansehnlichen Herrschaft. Heute ist der Weißenstein ein viel besuchtes Ausflugsziel, das künftig sicherlich des öfteren als Kulisse kultureller Veranstaltungen  dienen wird. Dass diese geschichtsträchtige Ruine für die Besucher erlebbar gemacht wurde und auch unseren Nachkommen erhalten bleiben wird, ist vor  allem dem vorbildlichen Engagement der Gesellschaft Steinwaldia Pullenreuth e.V. und des Freiherrn Eberhard von Gemmingen-Hornberg, dem Besitzer des  Weißensteins, zu verdanken.  Verfasser: Harald Stark, Kulmbach
Foto: Hans Tretter Foto: Hans Tretter Ektachrome des Staatsarchivs Prag Ektachrome vom Staatsarchiv Amberg Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann