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Letzte Aktualisierung am 10.07.2017
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Burgruine Weißenstein
Archäologische Funde auf dem Weißenstein Ziel der Sanierungsarbeiten sollten dabei die Sicherung der vorhandenen Mauerbestände sein, wie auch eine Veranschaulichung der ehemaligen Bebauung der Befestigungsanlage. Zu diesem Zweck wurden 1997 und 1998 gezielt Sondagen an der Ringmauer, im ehemaligen Torbereich wie auch im Burginneren durch-  geführt; die dabei geborgenen archäologischen Kleinfunde erhielt zunächst das Referat Oberpfalz des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in  Regensburg. Dank der Mitfinanzierung durch die Gesellschaft Steinwaldia konnte im Winter 1998/99 mit der Sichtung, wissenschaftlichen Katalogisierung und  der zeichnerischen Dokumentation der Funde begonnen werden. Durch die Katalogisierung wurde ein Überblick über das vorhandene Fundmaterial gewonnen,  der Aufschluss gibt über die zeitliche Einordnung der Funde und damit der Begehungszeit der Burganlage. Sie dient als Basis für wissenschaftliche Unter-  suchungen. Die Masse des Fundgutes bildet die Keramik. Bei der Sichtung der rund 3.000 Gefäßbruchstücke zeigte sich, dass es sich zum überwältigenden Teil um  unglasiertes Hafnergeschirr handelt; glasierte Keramik tritt nur zu einem verschwindend geringen Prozentsatz auf. Die bei wenigen Gefäßbruchstücken  vertretenen einfach ausgestellten Randbildungen bis hin zu einfachen Lippenrändern weisen diese Keramikart noch dem hohen Mittelalter, wohl der Zeit des 12. und 13. Jahrhunderts zu.  Die übrige Gefäßkeramik zeigt das im Spätmittelalter allgemein übliche Spektrum an Topf- und Schüsselformen. Zur Abdeckung dienten auf dem Weißenstein  meist glockenförmige Deckel, so ist in einem Fall auch ein Flachdeckel belegt. Einen ganz erheblichen Anteil machen Ofenkacheln aus. Hierbei finden sich in geringer Zahl einfache becherförmige Kacheln. Daneben überwiegen aber  sogenannte Schüsselkacheln. Neben der Vielzahl an Keramikfunden tritt das Glas in den Hintergrund, da zumeist nur wenig aussagekräftige Fensterglasbruchstücke aus leicht grünlichem  Waldglas geborgen wurden. Unter den Metallfunden finden sich neben der Vielzahl an Nägeln auch Stücke, die man auf einer Burganlage erwarten muss. Zu diesen zählen die eisernen  Armbrustbolzen, die zu Geschossen der im 15./16. Jahrhundert üblichen Waffe gehörten. Auf berittene Bewohner der Burg deuten Hufeisenfunde hin, aber auch  Eisensporn. Eines der wenigen Fundstücke aus Bronze ist eine steilovale Gürtelschnalle mit flachem Querschnitt, die durch Rillen verziert wurde.  Den sicherlich herausragendsten Keramikfund stellt aber ein eindeutiges Blasinstrument dar. Das fragmentarisch in mehrere Teile zerbrochene Fundstück lässt sich zweifelsfrei zu einem Waldhorn ergänzen. Derartige Keramikinstrumente stellen eine ausgesprochene Seltenheit dar und werden erst in jüngster Zeit durch  archäologische Funde weiter bekannt. Neben diesen Fundstücken, die allgemein dem Hausrat und der Wohnkultur zuzurechnen sind, fanden sich im Fundmaterial auch Stücke, die direkt auf die  Anwesenheit von Kindern hinweisen. Zunächst handelt es sich hier um einen aufwendig nachmodellierten Frauenkopf und dem Torso einer kleinen Frauenfigur  aus feinem weißen so genannten Pfeifenton. Hier handelt es um eine eine Kruselerpuppe. Ebenfalls zum Spielzeug ist eine tönerne Murmel zu rechnen.  Außerdem wurden Bruchteile von Minitaturgefäßen gefunden, die von Kindern zum Spielen benutzt wurden.  Unter den Kleinfunden befanden sich auch 29 aus Tierknochen gedrehte Ringlein einer sogenannten Paternosterschnur.  Ebenfalls aus Tierknochen wurde die  halbe Griffschale eine Messers gefertigt.   Ein Teil der Funde kann im Ausstellungsraum der Glasschleife Arnoldsreuth/Gemeinde Pullenreuth besichtigt werden.
Ein Ausschnitt der Funde
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Textauszüge aus den Artikeln von Dr. Eleonore Wintergerst, M. A. in den Bänden 7/10/12 “Wir am Steinwald” der Gesellschaft Steinwald (siehe auch Infomationen)