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Letzte Aktualisierung am 10.07.2017
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Burgruine Weißenstein
Der Weißenstein hat noch Geheimnisse
Die alte Wahrheit sagt, wenn man bei der Unterhaltung von alten Gebäuden hinten fertig ist, muss man vorne wieder anfangen. So ist es auch am jahrhunderte  alten Weißenstein. Im Jahre 2005 musste mit echten Unterhaltungsmaßnahmen begonnen werden. Zugegebenermaßen war die Ausgrabung und Erforschung der Burgruine noch nicht ganz fertig, als im Jahre 2002 mit der Sanierung des Bergfrieds und der  Ausgrabung und Sicherung der Grundmauern des einst mächtigen Nordostturms ein vorläufiger Schlusspunkt gesetzt wurde. Wer durch den schmalen nördlichen Eingang der äußeren Ringmauer geht, muss wegen eines etwa 2 - 3 m  hohen Schuttberges gleich nach rechts abbiegen, um diesen zu umgehen. Man weiß, dass darunter noch  Mauerzüge und vielleicht auch Überraschungen versteckt sind.  Auch bei der Freilegung des Nordost-Turmes wurde nicht Alles  freigelegt, um das Naturdenkmal, den alten Buchenstumpf zu  erhalten. Der Besitzer Baron Eberhard von Gemmingen-Hornberg  hat sich sehr für den Erhalt des alten, mächtigen  Baumfragmentes eingesetzt. Es war auch seine Idee, an dem  starken und langen Seitenast eine symbolische Galgenschlinge  anzubringen. Entgegen früherer Zeiten hat diese zwar nicht  authentische Galgennachbildung sehr zu Erheiterung der  Besucher und vor allem von Schulkindern beigetragen. Bei  Führungen konnte man recht anschaulich auf das Recht der  “Halsgerichtsbarkeit” der ehemaligen Besitzer, der Familie  Notthafft hinweisen. Der Galgenast ist seit dem Frühjahr 2005 abgebrochen. Wo einst ein echter Galgen stand  ist unbekannt. Mit Sicherheit war er nicht auf dem “Galgenfelsen” westlich des Weißenstein in Sichtnähe des  Wanderweges zur Platte gelegen. Die auf dem Felsen vorhandenen kreisrunden Löcher (=Witterungslöcher)  sind auf natürliche Weise durch Verwitterung entstanden. Siegfried Linhard hat ihre Entstehung im Band 11  Seite 35 “Wir am Steinwald” beschrieben. Noch mehr Arbeit und auch interessante Entdeckungen könnte es  auf der Südseite geben. Wer den sogenannten “Inneren Rund-  weg” folgt und im Süden einen Blick durch Mauer- bzw. Schieß-  scharte in den freigelegten ehemaligen Keller wirft, steht unwis-  send auf einem riesigen Schutthügel. Oberhalb des Kellers  befand sich der eigentliche Wohnbereich der Burganlage mit drei  nachweisbaren Stockwerken zuzüglich Stufengiebel. Diese  Mauern warne also mindestens acht bis zehn Meter höher. Bei  dem Zerfall über fünf Jahrhunderte hinweg stürzte der Schutt,  bestehend aus Mauersteinen und Granitsand-Kalkmörtel den  steilen Südhang hinab. Er zerstörte und überdeckte dabei sogar  die Südecke der äußeren Ringmauer. Nur ein winzig kleiner Teil  des Schuttanfalles wurde bei der Erforschung und Wiederverfestigung dieser Südecke beseitigt bzw. wieder  verwendet. Der zwischen Kellermauer und Außenmauer gelegene Schutt wird auf ca. 800 bis 1000 Kubikmeter  geschätzt. Nebenbei bemerkt, wurden aus dem ehemaligen Burggraben im Norden schon 1999 ca. 800 Kubik-  meter Material verladen, weggefahren und ca. 500 m nördlich an der Spitzkehre des “Friedrichsweg” abgelagert. Eine Wiederverwendung wäre theoretisch  möglich. Bei der Ausgrabung der südlichen Kellermauer mit der dabei vorgefundenen Schießscharte in Originalgröße, wurden in einer Felsnische zahlreiche  gut erhaltene Dachziegel gefunden.  Noch wertvoller waren die auffallend zahlreich aufgefundenen Scherben, die bis in 14. Jahrhundert zurückdatiert werden konnten. Auch wurde ein winzig  kleines Geldstück gerettet. An dieser Mauer wurde aus Zeitgründen nicht bis auf den Grund in vermutlichen zwei bis vier Meter Tiefe gegraben. Für eine  spätere Generation der Mitglieder der Steinwaldia, oder auch anderer “Weißensteinverrückter” gäbe es an der Ruine noch genügend Arbeit. Allerdings sollte  der riesige vorhandene Schuttberg ohne Zeitdruck durchgesiebt werden. Hier sind bestimmt noch archäologische Überraschungen zu erwarten. An der äußeren südlichen Ringmauer ist ein ca. 10m langes Zwischenstück nicht ausgegraben und nicht aufgemauert. Es war dabei die Überlegung, damit  einen Zugang für den riesigen Schuttberg offen zu halten.  Im Südwest-Teil der Außenringmauer wurden die Fundamente einer Türe gefunden, gesichert und ansatzweise wieder  aufgebaut. Dieses kleine Tor zeigt genau in die Richtung der “Plaggeisterquelle”. Sie liegt versteckt in einer Mulde aus  Granitgeröll in etwa 300 m Entfernung und müsste evtl. neu gefasst werden, da sie zur Zeit kaum sichtbar ist. Diese Quelle  war jedenfalls leichter zu erreichen, als eine andere am steilen Ostabhang in der Nähe der “Gustavstraße”. In der  Burganlage sind nur Zisternen denkbar, von denen eine einzige, aber unsicheren Hinweis gibt. Es wurden Teile einer Lehm- schicht innerhalb des “Burghofes” zwischen der Holzplattform und dem Treppenansatz an der “langen Treppe” gelegen,  gefunden. Unterhalb der Treppe nach dem ersten Ansatz wurde im darunter liegenden Felseneck absichtlich nicht alles  abgegraben, sondern die tatsächliche ehemalige Schutthöhe erhalten. Diese  wird in nächste Zeit mit einer zusätzlichen  Tafel markiert. Es ist gut, dass es noch kleine Geheimnisse am Weißenstein gibt. Man muss auch nicht Alles wissen, dann bleibt noch  Platz für die eigene Fantasie und zum Träumen.  Nach der Sanierung konnte durch ein Mitglied der Steinwaldia eine Computervisualisierung erstellt werden, die das  Aussehen  der  damaligen  Burganlage  Weißenstein  annähernd  darstellt.  Siehe  hierzu  auch den Navigationspunkt “3D-  Rekonstruktion” dieser Website. Die kostenfrei erstellten Vermessungsergebnisse des Ingenieurbüros Günter Zwick aus  Weiden waren hierfür eine sehr gute Grundlage.  
Foto: Franz Hoffmann Foto: Archiv Steinwaldia Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann