Letzte Aktualisierung am 20.12.2018
Zwischen Marktredwitz und Erbendorf liegt, südöstlich von Luisenburg und Kösseine in der nördlichen Oberpfalz, der Gebirgszug des so genannten Steinwaldes. Er erstreckt sich in westöstlicher Richtung und erreicht bei 946 Metern über N.N. auf der so genannten Platte seine höchste Erhebung. Östlich der Platte, dort wo sich der Gebirgsrücken jäh in das Tal senkt, welches ihn vom benachbarten 820 Meter hohen Plößberg trennt, finden sich auf 863,5 m die Ruinen der Burg Weißenstein, die einst ein ansehnliches Herrschaftsgebiet beherrschte. Dieses gehörte seit etwa 1300 der egerländischen Familie Nothaft und erstreckte sich zur Zeit seiner größten Blüte im 15. Jahrhundert von Poppenreuth bei Waldershof im Norden bis nach Krummennaab bei Erbendorf im Süden.
Fernsehbericht des Bayerischen Fernsehens vom Juli 2011
Ab 1997 begann der Verein Steinwaldia Pullenreuth e. V. (www.steinwaldia.de) mit der Sanierung der Burgruine und saniert sie sorgfältig Stein für Stein. Das Ergebnis ist erstaunlich - eine der spektakulärsten Ruinen der Oberpfalz. Obwohl die Kleinburg geschichtlich nie eine große Rolle spielte, ist sie einzigartig durch ihre Lage mitten in einer bizarren Steinformation. Die hohen Granit-felstürme nahe dem Gipfel der “Platte” wurden als Sockel und Mauern in die Anlage mit einbezogen - bestimmt nicht gerade komfortabel. Keimzelle der Burg war der Bergfried aus großen Quadern und Buckelquadern. Er hat eine seltsam langgezogene, mehreckige Form, die sich dem schmalen Felsturm anpasst, auf dem er steht. Ein flacher Graben trennt die Anlage vom erhöhten Plateu ab. Heute ist die Burgruine auch eine grandiose Kulisse für kulturelle Veranstaltungen, seien es Kammerorchester, Blasorchester oder Theaterauf-führungen. Auch werden hier regelmässig Gottesdienste gefeiert. Zwei “Weißensteinhausmeister” aus dem Verein Steinwaldia kümmern sich liebe- voll wie die früheren Burgverwalter um die Anlage. Ca. zehnmal jährlich sammeln und beseitigen diese den Abfall der Besucher. Gleichzeitig werden die Rundwanderwege und alle Besteigungsanlagen auf Sicherheit kontrolliert. Großer Wert wird auch auf die Erhaltung der Holzbrücken, Treppen und Plattformen gelegt. Seit der Burgsanierung 1997 sind inzwischen 15 Jahre vergangen. In einzelnen Mauerteilen und vor allem Mauerabdeckungen zeigen sich immer wieder Risse, in die Wasser und Frost eindringen könnten. Diese Schwachstellen werden ausgebessert und neu verfugt. Solche Arbeiten werden alle 3 Jahre bis 5 Jahre anfallen.
Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann Foto: Franz Hoffmann
Burgruine Weißenstein
Auf allen Ruinen besteht bei den Mauerabdeckungen das Problem, wie Wasserschäden und Frost verhindert werden können. Am sichersten erscheint ein Bewuchs aus Hauswurzarten. Diese Pflanzen brauchen fast keine Erde, können monatelang ohne Wasser leben und greifen die Mörtelabdeckungen auf den Mauerkronen nicht an. Sie können langfristig die Mauern nach oben abdecken und für fast unbegrenzte Haltbarkeit sorgen. Diese äußerst genügsamen Pflanzen blühen sehr schön und haben dadurch den Nachteil, dass Sie sehr gerne gepflückt werden. Bitte unterlassen Sie dies bei Ihrem Besuch auf der Burgruine, denn diese Pflanzen unterstützen uns kostenlos bei der Erhaltung der Substanz. Erreicht werden kann Burgruine auf herrlich ausgebauten Waldwegen von Hohenhard aus, wo die Streckenlänge ca. 2 km beträgt. Wer den Steinwald ausgiebig genießen möchte, dem sei der Weg von Friedenfels aus, ein früherer Wirkungsort der Notthaffts, mit einer Länge von ca. 5 km zu empfehlen. Dankeswort: Dass diese geschichtsträchtige Ruine für die Besucher erlebbar wird, ist vor allem dem vorbildlichen Engagement der Gesellschaft Steinwaldia Pullenreuth e.V. und des Freiherrn Eberhard von Gemmingen-Hornberg, dem Besitzer des Weißensteins, zu verdanken.
http://de.wikipedia.org/wiki/Steinwald
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